Tafel 3 - Schülerborn

Ziel der Gelnhäuser „Frühpartie"

Die Herkunft des Wortes „Schülerborn" hat wahrscheinlich nichts mit „Schülern" zu tun (die Verbindung könnte durch die Gelnhäuser Schulfeste hergestellt worden sein), sondern geht auf den noch nicht gedeuteten Namen „Scheulerborn" zurück.

Oberhalb in einer unzugänglichen Abteilung des Waldes liegt die Quelle des Schülerborns. Auf dem Brunnenstein ist die Jahreszahl 1614 zu lesen, vier Jahre vor Beginn des 30jährigen Krieges. Oberhalb in einer unzugänglichen Abteilung des Waldes liegt die Quelle des Schülerborns. Auf dem Brunnenstein ist die Jahreszahl 1614 zu lesen, vier Jahre vor Beginn des 30jährigen Krieges.

Oberhalb in einer unzugänglichen Abteilung des Waldes liegt die Quelle des Schülerborns. Auf dem Brunnenstein ist die Jahreszahl 1614 zu lesen, vier Jahre vor Beginn des 30jährigen Krieges.

Um ihn rahmt sich die Legende, dass sich während des 30jährigen Krieges im Schreckensjahr 1632 unter schwedischer Herrschaft hier im Gelände lüchtige Gelnhäuser Bürger mit Wasser versorgt hätten. Die Quellfassung des Schülerborns weist die Jahreszahl 1614 auf - ein Zusammenhang könnte also bestehen ...

1971 wurde der Bachlauf am Schülerborn neu gefasst.Das Kaffeekochen am Schülerborn und die daraus hervorgehende „Frühpartie" hängt mit der Gründung der Gelnhäuser Feuerwehr zusammen, die sich ab 1870 zu ihrer „Frühpartie" hier versammelte. Daran und an Waldpartien der folgenden Jahre erinnerten hölzerne Tafeln. Der Baum, an dem diese Jubiläumstafeln hingen, stürzte während eines Sturmes um und die Tafeln wurden bis auf wenige neueren Datums zerstört.

Schilder erinnern an die vergangenen Schülerbornpartien. 2013 wurde der Baum, an dem die Schilder befestigt waren, durch einen Sturm gefällt.Sonntags traf man sich bei schönem Wetter um 6 Uhr und ging über die Dürich, Zollloch und Marberg hinunter zum Schülerborn. Vor Ort hatten die Kaffeekocher den Kessel mit Quellwasser gefüllt und erhitzt. Meistens hatte sich auch ein Bäcker bereit erklärt, frische Brötchen zu backen. Nach gemeinsamem Singen machte man einen schönen Spaziergang zu verschiedenen Zielen. So wanderte man zum Schulfestplatz, wo spätestens um 12 Uhr mittags alles vorüber war, da zur damaligen Zeit man noch die Waldruhe beachtet werden musste. Deshalb wich man auch ins Blockhaus aus oder es ging nach Gettenbach zur Mutter Eberling, wo es gebackene Eier mit Speck, hausmacher Schinken oder Schwartenmagen gab.

Unterhalb des Schülerborns beindet sich an der Wegespinne ein Löschteich gegen Waldbrände, der 1968 angelegt wurde.

Es war üblich, dass bei der Feuerwehr zu Jubiläen eine Kaffeetasse in Serie angefertigt wurde. Die letzte wurde von Albert Landschreiber zur 100jährigen Waldpartie bei der Wächtersbacher Keramik hergestellt.

Die Frühpartie zum 50-jährigen Jubiläum der Steiger 1920. Eine Gruppe von ca. 1925.

Die Frühpartie zum 50-jährigen Jubiläum der Steiger 1920 und eine Gruppe von ca. 1925.

Heute beginnt die Frühpartie der Feuerwehr um 7 Uhr am Schülerborn traditionell mit dem Kaffeekochen. Dazu werden Rühreier und für die Süßmäuler Ladwerchebrot gereicht, bis gegen halb zwölf an gleicher Stelle Schluss ist.

Die Feuerwehr am Schülerborn um 1930Eine Ahnung früherer Leckereien gibt ein Auszug aus dem Gedicht „Die Frühpartie" von Tony Mohren aus dem Jahr 1953:

... Frische Brötchen, Spiegeleier, warme Würstchen, gar nicht teuer, Schnaps und Cognac, ach oh Schreck, Erbsensuppe mit viel Speck, Bohnenkaffee, Limonade, Jägermeister, Orangeade, Bier und Wein, Likör und Sprudel Hundekuchen für den Pudel, warme Milch fürs Miezekätzchen, und für die Kleinen Zuckerplätzchen...

 Den besten Einblick in eine Frühpartie am Schülerborn gibt dieses Foto aus dem Jahr 1955.

Generationen von Gelnhäusern verbrachten eine Frühpartie am Schülerborn - dabei eignete sich immer wieder der Abhang oberhalb des Platzes für Gruppenfotos. Generationen von Gelnhäusern verbrachten eine Frühpartie am Schülerborn - dabei eignete sich immer wieder der Abhang oberhalb des Platzes für Gruppenfotos.

Generationen von Gelnhäusern verbrachten eine Frühpartie am Schülerborn - dabei eignete sich immer wieder der Abhang oberhalb des Platzes für Gruppenfotos.

English

Maybe a legend? In 1632, during the Thirty-Years' War Gelnhausen people, who were on the run, came here and drunk water to survive because the Swedes besieged Gelnhausen. The spring tapping of the «Schülerborn» dates 1614. More than 200 years later on, the Gelnhausen ireighter came to this location. They started in town on Sundays at 6 o'clock in the morning, went through the Dürich ravine, the Toll-Hole and Maarberg to the Schülerborn. Here they boiled fresh water for coffee. In most cases, a baker had agreed to bake fresh bread. After singing together they made a nice walk to various destinations. Later on they walked to the school festival ground – and at latest 12 o'clock the «Early Forest Party» inished due to forest dormancy. Therefore all participants wandered to the Block-House or to Mother Eberling in Gettenbach village for eating home made platters.


Francais

L'inscription 1614 aurait été portée par des fugitifs pendant la guerre de 30 ans. A partir des années 1870 des fêtes furent célébrées le dimanche matin. A 6 heures traversant le «Dürichhohle» et le «Zollloch» on arrivait au «Schülerborn». Des petits pains frais accompagnaient souvent le café et à midi, on allait soit au «Blockhaus» soit à Gettenbach, chez la Mère Eberling, qui servait des oeufs au plat avec des lardons ou de la bonne charcuterie maison. Cette fête des pompiers existe toujours. Des panneaux en bois en souvenir de ces fêtes, seuls quelques-uns subsistent encore. Pour chaque anniversaire, une tasse à café était en général spécialement fabriquée, la dernière l'ayant été à la faḯencerie de Wächtersbach.


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